Die Büchermaus

Bücherwürmer – ja die kennt man. Auch wenn ihr Image nicht so berauschend ist, denn ein Wurm ist und bleibt, auch wenn er durch die Literatur geadelt wird, ein Wurm und ein niederes Wesen, da beißt die Maus kein Faden ab. Und hier ist sie doch schon: die Maus. Wie der Bücherwurm, so ernährt sich die Büchermaus von Gedrucktem zwischen zwei Deckeln. Man ist, was man ißt!

Wo findet man nur diese seltene Spezies? Einzig das Internet scheint diese Frage lösen zu können. Weltweite Suche und ein Aufruf: Buechermaeuse der Welt – outet Euch. Wir dürfen die literarische Welt nicht den Würmern überlassen.

Büchermäuse sind im Gegensatz zu den Würmern sehr beweglich, sie schleppen Bücher gerne mit sich herum und vollführen mit diesen die tollsten Sprünge. Nach Douglas Adams sind sie die intelligentesten Tiere des Universums. Sie lassen die Menschen glauben, daß sie mit den Mäusen experimentieren, in Wirklichkeit aber ist es gerade umgekehrt, meint Douglas. Die Büchermaus nickt nachdenklich, dieses Gedankenspiel hat durchaus etwas.

Wo kommt die Maus in der Literatur denn sonst noch vor?

Eine Kafka-Erzählung fällt der Büchermaus zwischen die Zähne: "Kleine Fabel" heißt sie und ist grauenhaft schwarz, schauerlich schön:

"Ach", sagte die Maus, "die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell auf einander zu daß ich schon im letzten Zimmer bin und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe."

"Du mußt nur die Laufrichtung ändern", sagte die Katze und fraß sie.

Franz Kafka, Erzählungen, Fischer Verlag, 1996

Mäuse spielen ansonsten in der Kinderbuchliteratur eine große Rolle.  Da gibt es noch einen Link, der in diesem Zusammenhang interessant sein könnte, nämlich zur anderen Büchermaus, dem Büchermaus-Versand.

Bei uns in der Buchhandlung gibt es natürlich auch Mäuse, Spitzmäuse, die in den unterirdischen Mensa-Gängen Asyl gefunden haben.